Samstag, 18. Juli 2009

.// Overtüre


Bitte gehen sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.





Heureka, sie bloggt wieder!

Morgens halb drei in Deutschland: Schniefnase loggt sich in ihren Blogger.com Account ein und stellt fest, dass ihre Blog-Historie sich am 19. Juni des Jahres 2009 zum siebten Male gejährt hat.

Na, sowas aber auch! Nicht, dass da mal irgendwer irgendwas von gelesen hätte, ich betreibe meinen geliebten Pseudo-Exhibitionsmus nämlich am liebsten für mich alleine. Vielleicht mache ich das so, damit ich in meinem Abschiedsbrief hinterher behaupten kann, dass man ja eigentlich schon vorher was hätte merken müssen, schließlich war ich doch immer so offen - blöder Scherz, sorry.

Ich darf solche Witze nicht mehr machen. Menschen, die - sofern klinisch nachgewiesen - einmal als "ge- /ver-/um-/etc.- stört" gebrandmarkt wurden, dürfen keine Suizidwitze mehr machen. Das wäre politisch inkorrekt und darüberhinaus ja auch irgendwie ziemlich geschmacklos oder so. Zum Glück ist mir das ehrlich gesagt so bumms- egal wie ein schwarzes Supermodel. Ich schaue kein Fernsehen, laufe am liebsten nackt durch meine Wohnung, lackiere meine Fingernägel schwarz, liebe High-Heels und stehe auf taiwanesische Boygroups - na, wenn das nicht mal nach einer Persönlichkeitsstörung schreit...

Im übrigen erfülle ich auch sämtliche Kriterien um im allgemeinen Verständnis posthum als "kreativ" oder "obszön" zu gelten zu können. Daher darf ich das hier wohl tun, denn verbieten kann's mir ja eh keiner. Muss schließlich erst mal einer lesen.

Und damit hätten wir sie dann auch schon abgesteckt, die Grenzen: Was ich hier im folgenden gedenke zu praktizieren, wäre laut Pathologie wohl am ehesten mit selbstzersetzendem Narzissmus zu vergleichen. Ein eigener Blog: Damals war's cool, heute gehört es zum guten Ton, dient der Selbstfindung und ist ideal, wenn man mit sich selber ansonsten nichts anzufangen weiß. Das ist das schöne am bloggen, dass man irgendwann nämlich beinahe meinen könnte, man wäre jemand - der nächste Schritt ist dann die Autobiographie und vielleicht war ich ja zwischendurch noch Viva-Moderatorin und hatte eine eigene Dokusoap bei einem privaten Fernsehsender. Bei einer Casting-Show war ich schließlich schon.

Memo an mich selbst: Vielleicht sollte ich mal nachfragen, ob die bei Twitter meinen Account verifizieren möchten, damit jeder weiß, dass ich auch die Echte bin.

Bis später, sublimierte Teilöffentlichkeit!
Xx Li

1 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

Ist Narzißmus nicht grundsätzlich selbstzersetzend? Schließlich ist auch Narkissos selbst im Spiegel ertrunken. Ist das der Grund, wieso das Bild links oben spiegelverkehrt ist?
Mein Firefox hat jedenfalls direkt erkannt, daß das ganze hier ausschließlich der Selbstfindung dient und hat sich beim Betreten der Seite erst mal unter Einblendung eines Abschiedsbriefs mit einer Entschuldigung aufgehängt. So stilecht ist man bei Mozilla also offenbar noch nicht, daß man sich angesichts angeblichen Narzißmus' wenigstens ertränkt. So muß ich nun auch noch die Kosten für den Strick tragen. Noch blöderer Scherz, aber kein Sorry.

Nun, im Sinne der Version 6.6.6 und des siebten Blogger-Jahres schließe ich mit einem Zitat:

"Denn in den Tagen, wenn der siebte Engel seine Stimme erhebt und seine Posaune bläst, wird auch das Geheimnis Gottes vollendet sein; so hatte er es seinen Knechten, den Propheten, verkündet." (Offb 10,7)

Nun, dann sind wir mal auf die Geheimnisse gespannt, die hier noch folgen werden.

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